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Reviews for Die Grosse Marina

Hier wirklich mal etwas Besonderes auf meinem Plattenteller. SAGITTARIUS dürfte das einzige Projekt der Neoklassik sein, das mir zusagt - ich weiß auch gar nicht, ob ich andere kenne. Mit dem Begriff "Neoklassik" wird ja viel Müll betitelt. Es handelt sich bei dieser Scheibe um eine Vertonung ausgewählter Passagen des Ernst-Jünger-Werkes "Auf den Marmorklippen". Inwieweit die Vertonung paßt, kann ich mangels Kenntnis des besagten Romans nicht sagen. Aber ich kann beschreiben, was geboten wird. Nach einer gesprochenen Passage eröffnet bezauberndes Flötenspiel den Reigen. Es folgen dann ausschließlich Pianostücke, eine kurze Sprechpassage, bis am Ende wieder Flöte und Akustikgitarre zum Einsatz kommen. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich höre und wie es mich bewegt: Stille, gedämpfte Melancholie, aber auch lieblich-zügige, ja mittelalterliche Melodien, die von alten Zeiten zu künden scheinen, treiben mir so manches Mal einen Schauer durch den Körper und erzeugen eine Gänsehaut. Die Musik strahlt eine Ruhe und ein Gefühl aus, die man nicht in Worte fassen kann. Dies hier hat alleine schon aufgrund der echten klassischen Instrumente nichts mit MORTIIS und Konsorten zu tun, spricht aber in der Metalszene sicherlich nur diejenigen an, die mit nicht-metallischen Klängen dieser Art etwas anzufangen wissen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es bei der nächsten Veröffentlichung die Flöte öfter zu hören gäbe, doch sei dies dem Künstler selbst überlassen. Besonders angetan haben es mir "Erio" samt Reprise, "Lieber einsam mit den Freien fallen" und das Titelstück. Ansonsten kann ich diese LP echt nur weiterempfehlen; immerhin gefällt mir hier etwas, was ich normalerweise durch den Begriff "Neoklassik" schon "verdächtig" gefunden hätte. Und wann erwischt man schon Musiker mit klassischer Instrumentenausbildung? Die weiße und sehr schwere LP kommt in einer handnumerierten Klapphülle und ist auf 300 Exemplare limitiert. Preis: 21 Teuro einschließlich Porto und Versand. Kontakt: Renovatio Verlag, Postfach 12 05 18, 69067 Heidelberg. Ihr werdet Euch übrigens kaum vorstellen können: Der Mann hinter dieser genialen LP war Live-Bassist bei den Finnen von WARLOGHE und ist für die deutschen Schwarzmetaller HAILSTORM hauptverantwortlich. Die Akustikklampfe bei SAGITTARIUS bedient Philipp Jonas von SECRETS OF THE MOON. Das nur am Rande!

(Heiko, Blutvergießen Magazin #4)


Anlässlich des 5. Todestages Ernst Jüngers erschien vor kurzem im LP-Format das Debut-Album von Sagittarius. Dieses 1999 gegründete Musikprojekt um Mastermind Waldner, welcher eine klassische Ausbildung an Klavier und Flöte vorzuweisen hat, machte sich zur Aufgabe, Jüngers Roman "Auf den Mamorklippen" in ein musikalisches Gewand mit klassischem Grundgerüst zu transferieren. Hierfür wurden dem literarischen Werk lediglich einzelne Passagen entnommen. Das klangliche Endresultat kann sich wahrlich sehen lassen, da es gelingt, die Schönheit der einzelnen Instrumente auf neun Verzeichnisse und elf Stücke verteilt, sowohl auf sensible, als auch dramatische Weise liebreizend miteinander zu kombinieren. Neben sechs Eigenkompositionen interpretierte Waldner zusätzlich drei Stücke bedeutender Komponisten, welche ich im Verlauf der Rezension noch benennen werde.
Text ist rar gesät auf diesem Werke, doch bereits im gesprochenen Intro, dem man vermeintlich keinen Titel zuordnet, werden die Worte von Ernst Jünger aufgegriffen. Nachfolgend ertönt mit "Erio" eine scheinbar naturverliebte, schallbesetzte Flöte und ein hoffnungsvolles, atmendes Pianospiel auf dem Titelstück zu "Die große Marina". Perlenartig tanzende, im Tempo variierende Klavierklänge charakterisieren "Des Frühjahrs narrende Zecher", frech und bewegungsfreudig geht es bei "Imnul tineretii legionare" von Ion Manzatu, welches den Obertitel "Campagna" trägt, zu Werke. "Wenn der Spleen regierte" mit der "Sonata quasi una fantasia", Op. 27, No. 2, 1. Satz Ludwig van Beethovens unterlegt, ist hingegen der Ruhepol des Albums, genauer gesagt spazieren die Finger des Pianisten beschaulich, sanft, besinnlich, anmutig schwebend, von gewisser Düsterheit benetzt über das Tasteninstrument. Einer 8-sekündigen Sprechpassage schließt sich der abenteuerlich herumschnellende "Totentanz auf Köppelsbleek" an. Anschließend kommt der Hörer in den Genuss der "Plange printre ramuri luna" von Simeon Lefter. Mit Sicherheit der anziehendste Song dieser LP ist "Lieber einsam mit den Freien fallen". Diese Eigenkomposition erscheint mir beinahe unübertrefflich und ist das Vorzeigestück und Herz dieser Tondichtung, weil sich sämtliche bisher genannten Charakterzüge an dieser Stelle vereinen. Der letzte Song kommt einem verdächtig bekannt vor, klar, ist es eben genau jener, welcher uns anfangs an die Hand nahm, um den Weg über die Marmorklippen zu ebnen. "Erio (Reprise)" klingt durch den Zusatz der Akustik-Gitarre als begleitendes Element des Flöteninstruments natürlich noch um einiges attraktiver, als das instrumentale Intro-Stück.
Die LP wird übrigens als Gatefold-LP auf 220g schwerem weißen Vinyl in einer begrenzten und einmaligen Auflage von 300 Exemplaren erscheinen. Musikalisch habe ich an dieser Scheibe wirklich nichts auszusetzen, allerdings bereitet es mir aufgrund meiner Recherchen zu dieser Veröffentlichung doch ein paar Probleme, die politische Gesinnung der Mannen hinter Sagittarius zu bestimmen. Damit möchte ich niemandem etwas vorwerfen, ebenso kann ich jedoch nicht verleugnen, dass mich hierbei ein paar ungute Gefühle begleiten..

(Jana Legler, Metalius Webzine)


Das Musikprojekt SAGITTARIUS wurde im Lenz des Jahres 1999 von Cornelius Waldner gegründet. Dieser konnte vorher Banderfahrungen im Schwarzmetallbereich sammeln und zeichnet sich auf vorliegender Langrille für Piano, Flöte und Sprechpassagen verantwortlich. Schon kurz nach Gründung des Projektes veröffentlichte er ein Demo, welches zwei Klavierkompositionen beinhaltete und allgemein auf positive Reaktionen stieß. Waldner fasste kurz darauf den Entschluss, für die nächste Veröffentlichung einige Passagen aus Ernst Jüngers "Auf den Marmorklippen" musikalisch zu verewigen. Zu den sechs Eigenkompositionen auf "Die Große Marina" gesellen sich drei Stücke von Menzatu, Beethoven und Lefter. Während der Aufnahmephase stieß Philipp Jonas, seines Zeichens Gitarrist der Schwarzmetallformation SECRETS OF THE MOON hinzu. Dieser wird sein Talent aber erst auf den kommenden Werken richtig entfalten können - hier ist er lediglich auf dem letzten Stück "Erio (Reprise)" an der akustischen Gitarre zu hören.
Nach einer kurzen, gesprochenen Einleitung beginnt die LP mit einem kurzen, stimmigen Flötenstück. Als nächstes zeigt uns Waldner in "Die Große Marina" auf dem Piano sein Können. Es handelt sich dabei um ein langsames, getragenes und sehr gefälliges Stück, welches bisweilen etwas feierlich, dann wieder verträumt anmutet. Als nächstes ertönt "Des Frühjahrs Narrende Zecher", ein sehr schönes, anfangs langsames, im späteren Verlauf recht schnelles und bewegtes Stück. Dann nimmt sich Waldner Manzatus "Imnul Tineretii..." ("Campagna") sowie Beethovens "Sonata Quasi...", Op. 27, No.2, 1.Satz ("Wenn Der Spleen Regierte") an, und meistert beides gut. Manzatus Stück sagt mir persönlich nicht so sehr zu, noch passt es meines Erachtens stilistisch ganz zum restlichen Album. Beethovens wunderschönes Stück jedoch fügt sich nahtlos ins Gesamtkonzept ein und wird, wenn auch meinem Empfinden nach noch ein wenig mehr Leidenschaft hätte einfließen können, recht gekonnt dargeboten. "Totentanz Auf Köppelsbleek" ist ein etwas schnelleres Stück und weiß ebenfalls zu gefallen. Zu den definitiv schönsten Stücken zählen jedoch für mich die beiden letzten Stücke "Lieber Einsam Mit Den Freien Fallen" sowie das nostalgisch anmutende "Erio (Reprise)" (außer Klavier kommen auch Flöte und klassische Gitarre zum Tragen).
"Die Große Marina" darf man getrost jedem empfehlen, der klassische oder neoklassische Musik mag, aber auch Freunde des melodischen Dark Wave oder klassisch angehauchter Gothic-Klänge dürfen ruhig reinhören. Zwar ist noch nicht alles Gold, was glänzt, aber SAGITTARIUS sind definitiv auf dem richtigen Weg, und bringt sich erst auch einmal der neu hinzugestoßene Gitarrist noch mit ein, darf man noch sicher Einiges von dem Projekt erwarten.

(Wolos, Twierdza Magazin)


"Auf den Marmorklippen" die 2. Hier wagt sich ein junger, klassisch-ausgebildeter Pianist an die bekannte ERNST JÜNGER Novelle. Im Vergleich zu HIS DIVINE GRACE ist dies unzweifelhaft, der etwas amateurhaftere Versuch, dennoch gibt es kein Grund SAGITTARIUS für dieses Werk zu schmälern, und das ausdrücklich nicht nur wegen des „besonderen Charmes eher "undergroundiger" Projekte. Nein, die SAGITTARIUS Klavierweisen haben Beachtung verdient und stehen sicherlich mit denjenigen eines OZYMANDIAS (WORLD SERPENT) qualitativ auf einer Stufe (speziell nachdem ich beide live gesehen habe). Zu hören sind hier 9 Stücke, darunter 6 Eigenkompositionen, der erste Satz einer BEETHOVEN Komposition, sowie zwei Klavierwerke von CODREANUS "Eiserner Garde" Kennern werden die Namen ION MANZATU und SIMEON LEFTER sicherlich etwas sagen. Ich bin kein Fachmann für klassische Klaviermusik, doch denke ich, dass besonders die Eigenkompositionen ein hohes, musikalisches Potenzial verraten, sehr gut auch die vom Künstler umarrangierten rumänischen Stücke. Lediglich Beethoven auf einer solchen LP zu vertonen halte ich für relativ überflüssig, denn es gibt sicherlich etliche Versionen davon auf CD und LP.
Kritikpunkte? Wenn die gesprochene Einleitung, die Titelnamen und das Ende nicht wären, würde der Ernst Jünger Bezug nicht auffallen, aber das macht ja nichts. Insgesamt eine Empfehlung, auch weil man mit dem Kauf ein Künstler unterstützt, der Potenzial hat. Die Eigenkomposition „Lieber einsam mit den Freien fallen zeigt das ganz deutlich. Außerdem, wenn man bedenkt, was für Musik in unserer Szene schon als „charmant verklärt wurde (THAGLASZ Unsinn) kann SAGITTARIUS wohl erhobenen Hauptes darüber stehen. Die Aufmachung der Gatefold LP ist selbstredend ebenfalls sehr gelungen.

(Dominik Tischleder)


"Die Große Marina" ist eine 'instrumentale Tondichtung' zum Roman "Auf den Marmorklippen". Das Debut-Album des Musikprojekts Sagittarius enthält neun Stücke mit Textpassagen aus Ernst Jüngers Roman, die musikalischen Parts wirken durch Klavier, Flöte und Gitarre besinnlich, träumerisch und zeitlos. Es ist nicht der Versuch, den umstrittenen Roman Jüngers zu vertonen, sondern es wurden einzelne Szenen und Passagen herausgegriffen. Angelehnt an Elemente klassischer Musik und des Neofolk, sind die Stücke sehr melodisch, sphärisch und klar.
Um so unverständlicher ist, daß eine Veranstaltung, auf der Sagittarius ihr Album vorstellen wollten, durch den Druck irgendeiner 'Antifa'-Gruppe unterbunden wurde, die in dem Projekt die Ausläufer der neuen extremen Rechten sehen ...obwohl das Album nicht im geringsten an die doppeldeutigen Passagen und Schlüsselszenen des Romans erinnert. Mancherorts ist die Welt doch noch eine Scheibe.

(AHA-Magazin, Nr.4/03, 16. Jahrgang)


The first full-length album by the project Sagittarius is based on Ernst Jünger's novel "On the Marble Cliffs", and it is truly a neo-classical work, in the sense of being "classical". The only instruments used by Sagittarius are piano, flute and classical guitar, whereas the piano is the dominant instrument. The songs do not have any vocals, only rarely the music is interrupted by a voice reading excerpts from Ernst Jünger´s novel. The LP itself is a beautifully designed gatefold LP in white vinyl, limited to 300 copies.
Most of the material has been genuinely composed by Sagittarius, from which "Die große Marina" and "Lieber einsam mit den Freien fallen" feature the most haunting melodies, which are highly recommended for fans of Current 93 songs involving piano melodies. The re-arranged "Sonata quasi una fantasia" by Ludwig van Beethoven should be known to most people, the new version by Sagittarius ("Wenn der Spleen regierte") offers new insight into the almost mythical effects a "real" piano can achieve with regards to creating emotions in a listener (compared to the more synthetically sounding tunes of a keyboard). The two works featured on the CD originating from the Romanian "Garda De Fier" movement, "Imnul tineretii legionare" and "Plange printre ramuri luna" (the latter having been used by Allerseelen in the German translation; "Kehrst zurück nicht mehr") show both sides of the controversial idealistic revolutionaries; on the one hand the heroic, marching-tune like ecstatic hymn ("Campagna"), on the other hand the mournful lament for the dead, who are so dearly missed ("Sunmyra").
This album is highly recommended for all those who can appreciate the finer things in life. Nothings on it to be played at a club, no danceable tunes. This has to be listened to (as a whole, at best!) sitting in a comfy chair with a bottle of wine perhaps. I sincerely hope that Sagittarius will be able to deliver more of this stuff. This album, unlike some other works boasting to be inspired by Ernst Jünger, is truly worthy of using the name and the work as a source of inspiration. In short: Buy or die!

(Neo-Form.de)


Sagittarius dürfte sicher schon einige Personen durch das Gespräch im Blutvergießen #5 bekannt sein, für alle Unwissenden die kurze Information, dass es sich um ein Projekt eines Musikers von Hailstorm handelt. Diese schmucke, vom, sonst eher für Bücher bekannten Renovatio Verlag Timo Kölings veröffentlichte, auf 300 Stück limitierte, weiße LP im Klappcover, stellt das erste volle Album Sagittarius' dar, welchem zwei Demos vorausgegangen sind. "Die große Marina" ist komplett der Neo Klassik zuzuordnen, sprich, ein kompletter Verzicht auf Vokalisation und nur Klavierklänge sowie zeitweise Flöten- und Akustikgitarrenklänge. Wie schon der Name vermuten lässt, eschäftigt sich diese LP "inhaltlicht" mit dem Ernst Jünger Werk "Auf den Marmorklippen" als dessen Vertonung sich die LP verstanden wissen will. Inhaltlich deshalb in Anführungs- zeichen, da ja aufgrund der fehlenden Vokalisation der Bezug zu Jüngers Werk den Nichtkennern selbigens schwer ersichtlich sein wird. Vielmehr hat Cornelius Waldner einzelne Stellen rausgegriffen und versucht die Stimmung und Atomsphäre, die aufgrund Jüngers einzigartiger Schreibweise sehr dicht und mitreisend ist, zu vertonen, was ihm sehr gut gelungen ist, soweit ich das, aufgrund des nicht mehr ganz so präsent seins des Romans, noch beurteilen kann. Jedoch wird diese LP sicherlich auch Leuten zusagen, die Jünger bzw. "Auf den Marmorklippen vorher noch nicht kannten, und wer weiß vielleicht wird ja auch der ein oder andere dazu angeregt das Buch zu lesen...

(Inferia Magazin #2)

disco-marina